Der erste Schlachttag

 
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Story von Martin
 
 
30.11.2001
 
 
 

Ich bin der Martin und seit 10 Jahren im Metzgerhandwerk tätig. Seit sechs Monaten arbeite ich als Geselle in einer Dorfmetzgerei in Bayern. Immer Montags und Mittwochs werden bei uns Schweine, Kälber und Bullen noch selbst geschlachtet. Jetzt haben wir einen neuen Lehrling bekommen, der geil aussieht und auch alles hat, was einen zum Metzger macht. Montag vor zwei Wochen hat er seinen ersten Arbeitstag gehabt. Pünktlich um 4.00 Uhr früh ist er mit seiner Enduro auf den Hof unserer Metzgerei gefahren, um bei uns die Lehre anzufangen. Als er in der Tür zum Schlachthaus stand, habe ich gedacht, ich traue meinen Augen nicht: Da steht eine geile Glatzenfresse in Skinmontur vor mir: Schwarze 14-Loch Rangers, enge, hochgekrempelte, verwaschene Jeans und grüne Bomberjacke; Armyrucksack über der Schulter. Der Chef rief mir zu: "Martin, das ist der Thorsten, unser neuer Lehrling. Nimm ihn gleich mal mit nach unten in den Umziehraum, zeige ihm seinen Spind und geb' ihm was zum anziehen." Thorsten folgte mir durch das Treppenhaus nach unten. Ich musste mich auch noch umziehen und hatte in der Zwischenzeit schon den üblichen morgendlichen Steifen in der Hose. Im Umziehraum gab ich Thorsten erst mal ein Metzgerhemd und fragte ihn nach seiner Schuhgrösse. "Normalerweise 46!" sagte Thorsten. Wir haben immer ein paar ungebrauchte Gummistiefel für neue Metzger in Reserve, die ich durchschaute. Da waren je ein Paar hohe weisse Metzgerstiefel in 42, 43 und 45. Ich sah ihn an und sagte zu ihm: "Nichts in Deiner Grösse dabei! Wir müssen vorerst bei den gebrauchten da drüben schauen." Thorsten fragte: "Bei den schwarzen hier?" und fing gleichzeitig an, alle Stiefel umzudrehen, um herauszufinden, welche Tretorns in Grösse 46 waren. Er wurde rasch fündig mit dem Modell Fleischer. "Deine Gummischürze bekommst Du oben!" sagte ich zu ihm, während ich meine Jacke auszog. "Hast Du 'ne alte Jeans und ein T-Shirt für die Arbeit dabei"? Thorsten nickte und begann sich auch auszuziehen. Da stand er nun mit freiem Oberkörper, an den Brustwarzen gepierct und mit einem grossen Tatoo auf dem breiten Rücken. Am Oberarm hatte er das Motiv von einem zutretenden Skin tätowiert. "Beeile Dich, heut' ist Schlachttag" rief ich ihm zu, während ich in meine ausgelatschten, versifften Tretorns stieg. Thorsten nahm ebenfalls seine Gummistiefel in die Hand und beim anziehen sagte er: "Die sind ja mit Stahlkappe, wie meine Rangers". "Na klar, das brauchst Du auch im Schlachthaus. Wenn wir nachher gleich die Schweinelieferung bekommen und die Viehcher vom Hänger über die Rampe ins Schlachthaus treiben, wirst Du sehen, wie wichtig es ist, schwere Stiefel anzuhaben. Ich bin sicher, Du wirst dabei an mich denken". Thorsten grinste, als ob es ihn geil machen würde und knöpfte sich dabei das neue Metzgerhemd zu.

Im Schlachthaus angekommen nahm ich mir meine Gummischürze und den Messerköcher mit drei Abstechmessern. Ich drückte Thorsten eine gebrauchte Gummischürze in die Hand, die zuvor unser zweiter Geselle vor seinem Rauswurf länger in Benutzung hatte. Thorsten bekam vom Chef einen leeren Köcher in die andere Hand gedrückt.

"Mach schnell! Wir sind schon spät dran und draussen ist der ganze Hänger voller Schweine, die jetzt geschlachtet gehören. Ich erkläre Dir jetzt kurz, was Du machen musst: Du treibst mit Martin die ersten fünf Schweine vom Hänger hier rein zum betäuben. Wenn die sich zickig anstellen, setzt Du Deine Stiefel ein und trittst zu. Zimperlich darfst Du hier nicht sein. Wichtig ist, dass die Viehcher schnell und hintereinander hier reinkommen. Wenn ich die Schweine mit der Elektrozange betäubt habe, nimmst Du von da einen Haken und hängst sie am rechten Hinterlauf auf und ziehst sie mit dem Elektrozug auf die Rollenbahn nach oben. Der Martin sticht sie dann über der Blutrinne ab. Der wird Dir sicherlich auch Eine oder Zwei zum Abstechen aufheben. Woll'n doch mal sehen, ob das Metzgerhandwerk der richtige Beruf für Dich ist. Alles klar?" Thorsten strahlte den Chef an und sagte: "Ja, hab' alles verstanden, von mir aus kann's losgehen." Er sah geil aus in seiner Metzgermontur, und wenn das gestreifte Hemd nicht frisch aus der Wäscherei gewesen wäre und seine Jeans nicht so sauber ausgesehen hätten, hätte man glauben können, er würde schon länger bei uns arbeiten. Ich öffnete die Aluminiumtüre des Schlachthauses und draussen stand der voll geladene Viehwagen. Die Schweine quietschten schon ganz nervös vor sich hin. Thorsten und ich öffneten die Rampe und wie immer machte es mich geil, dass Schlachttag war. Mein Schwanz tropfte. Thorsten schaute auf die Ladefläche und fragte: "Wieviel sind das denn?" Wir schlachten immer in vier Einheiten jeweils fünf Stück"! "Also zwanzig!" sagte Thorsten. "Kluges Kerlchen" rief ich ihm zu, als ich in meiner Schlachtermontur die verschissene Rampe hochstapfte. Instinktiv machte Thorsten alles richtig. Nach kurzem zögern begann er seine erste Sau zu treten. Nichts passierte. "Die will nicht geschlachtet werden!" rief er mir zu. "Komm ich helf Dir. Die nehmen wir als Erste dran! Pack sie am Schwanz, ich nehme sie bei den Ohren". Gesagt getan. Wir zogen sie zu zweit hinein. Das blöde Vieh machte einen Höllenlärm. Ich gab ihr noch kurz die Wasserdusche, damit die Elektrozange gleich besser den Strom durch den Schädel leiten konnte. "Chef! Die hier zuerst, die quietscht so laut herum". Der Chef wartete schon mit der Zange. Er stand in seinen Gummistiefeln breitbeinig vor der Sau und lachte. Er war sehr rauh und doch sehr gerecht als Chef. Ich hörte ihn noch sagen: "Das Gequietsche hört gleich auf" und die Zange sass bereits richtig am Sauschädel. Die Sau kippte um und zappelte vor sich hin. Thorsten schleppte die zweite und gleich danach die dritte Sau herein. "Den Rest hol' ich, Du musst sie jetzt aufhängen". Thorsten machte, was man ihm sagte und grinste vor sich hin. Als ich die Nummer fünf im Schlachthaus hatte, nahm er den Wasserschlauch und spritzte sie ab. Er hatte schnell gelernt. Der Chef nahm sich eine Sau nach der nächsten vor. Ich nahm mein Abstechmesser in die Hand und freute mich schon auf den ersten Stich. Die dumme Sau zappelte kopfüber am Haken und ich setzte gekonnt an: Zielen, stechen, drehen und Messer wieder raus. Das warme Blut schoss aus der Sau raus über meine Hand und das Teil zappelte um ihr Leben. Die weissen Fliesen waren innerhalb weniger Sekunden tiefrot gefärbt. Meine Schürze war blut- und dreckverschmiert und ich stand in meinen Gummistiefeln in einer grossen Blutlache.